Es ist nicht, was dir passiert – es ist, wie du darüber schreibst
„Es ist nicht das, was in deinem Leben passiert. Es ist, wie du darüber schreibst.“ – David Sedaris
Stell dir vor: Da lebt ein Genie auf deinem Dachboden. Es riecht nach Knoblauch und kaltem Schweiß. Klingt absurd, oder? Genau so fing es bei mir an. Ich habe vor einigen Jahren einen kurzen Text darüber geschrieben, inspiriert von einer echten Begebenheit. Er war skurril, irgendwie charmant – und trotzdem: Er fühlte sich unfertig an.

Eine Freundin von mir, die früher als Literaturagentin tätig war, meinte: „Das hat Potenzial. Mach eine richtige Geschichte draus!“ Aber wie? Ich hatte bereits alles geschrieben, was ich wusste. Da war nichts mehr. Es war eine Erinnerung – seltsam und faszinierend, aber letztlich nur ein Moment, ohne Entwicklung, ohne Ziel. Es war eine Anekdote. Und das ist nicht das Gleiche wie eine Geschichte.
Von der Anekdote zur echten Geschichte
Lass uns kurz innehalten. Denk an eine Anekdote, die du vielleicht neulich erzählt hast. Vielleicht so etwas: Du gehst zum Zahnarzt und der Typ im Wartezimmer murmelt irgendetwas von UFOs. Lustig? Klar. Interessant? Vielleicht. Aber eine Geschichte? Noch lange nicht.
Eine Geschichte hat einen Anfang, ein Ende – und dazwischen passiert etwas. Nicht nur das Äußere verändert sich, sondern auch du selbst. Vielleicht lernst du etwas Neues, überwindest eine Hürde oder entdeckst eine Wahrheit, die dich packt. Eine Anekdote ist oft nur ein kurzes Aufblitzen – wie ein Blitz am Nachthimmel. Eine Geschichte hingegen lässt es regnen, donnern und bringt dich dazu, deinen Schirm zu vergessen, damit du den Regen wirklich spüren kannst.
Aber wie machst du das, wenn du nur eine kleine, seltsame Erinnerung hast? Wie findest du den Regen in der Blitzgeschichte?

Der Schlüssel: Perspektive und Tiefe
Das Geheimnis liegt darin, dass du nicht bei dem stehen bleibst, was passiert ist. Viel wichtiger ist, was es mit dir gemacht hat. Warum bleibt diese Erinnerung bei dir hängen? Was hast du vielleicht damals nicht gesehen, was dir heute klar wird?
Bei meiner Dachboden-Geschichte habe ich irgendwann erkannt: Es ging gar nicht um das Genie. Es ging um mich – um meine Ängste, meine Vorstellungskraft, meine Suche nach Ordnung in einem chaotischen Moment meines Lebens. Erst als ich tiefer in mich hineingeschaut habe, wurde die Anekdote lebendig. Sie bekam ein Herz, ein Ziel. Sie wurde zur Geschichte.
Und genau das kannst du auch tun. Nimm dir eine deiner Erinnerungen – egal, wie banal sie scheinen mag. Erinnere dich an die Details: Wie hast du dich gefühlt? Was hast du gedacht? Welche Bedeutung hat der Moment heute für dich? Vielleicht entdeckst du dabei eine Wahrheit, die dich überrascht.

Lass dich inspirieren
Schreiben ist nicht immer einfach. Manchmal sitzt du da und starrst auf den leeren Bildschirm, während der Cursor wie ein nerviges Metronom blinkt. Aber wenn du dir erlaubst, neugierig zu bleiben, die kleinen Details zu erkunden und dich wirklich auf den Prozess einzulassen, kannst du Geschichten finden, wo du sie nie erwartet hättest.
Und falls du auf der Suche nach Unterstützung bist – sei es bei der Ideenfindung, beim Feinschliff oder beim Schreiben selbst – dann bin ich für dich da. Auf meiner Website verena-glass.com findest du mehr über mich und meine Arbeit als Ghostwriterin. Lass uns gemeinsam deine Geschichten zum Leben erwecken.
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