406849bf 3ae7 49c8 9cf5 5557d4c8fe6f 1
|

Zwischen Drachen, Lust und Leere: Was uns der meistverkaufte Roman der letzten 20 Jahre über unsere Lesekultur verrät

Triggerwarnung mal anders:

Du wirst lachen, den Kopf schütteln und vielleicht sogar ein bisschen verzweifeln – aber genau das ist der Punkt.

Rebecca Yarros’ „Onyx Storm“ schlägt ein wie ein literarischer Donnerschlag – zumindest was Verkaufszahlen angeht. Mit knapp drei Millionen verkauften Exemplaren gehört der Roman zu den erfolgreichsten der letzten zwei Jahrzehnte. Doch was steckt hinter dem Hype? Was macht diesen Roman so erfolgreich? Und: Muss man das wirklich gelesen haben?

Spoiler: Nein, musst du nicht. Ich habe das für dich übernommen.

Ein Buch, das mit einem Augenzwinkern warnt

Direkt auf den ersten Seiten serviert Yarros eine Art Content-Warnung:

Krieg. Blut. Sex. Gewalt. Nahkampf. Intensität.

Dazu ein lakonisches „Bereite dich darauf vor, dem Sturm zu trotzen.“

Damit spielt sie gekonnt mit der Balance zwischen Fürsorge und Provokation – als wolle sie sagen:

„Du bist stark genug. Du kannst das ab. Komm schon, Schwester.“

Ein cleverer Marketing-Move.

Und ja – der Einstieg macht Lust auf mehr. Leider bleibt es nicht dabei.

Ein Drachenritt durch Genre-Klischees

Fantasy-Romantik, von Fans oft liebevoll „Smut & Sword“ oder „Drachenporno“ genannt, boomt.

Dank TikTok (#BookTok) und Social-Media-Hypes werden Bücher wie „Onyx Storm“ zu Must-Haves – oft begleitet von:

Mitternachts-Release-Partys

• Cosplay in Uni-Fluren

• Fangirls, die ihre Bücher wie Reliquien behandeln

Die Zielgruppe? Junge Erwachsene. Alt genug, um Netflix mit eigenem Abo zu zahlen, aber jung genug, um sich nach Magie, Sex und Revolte zu sehnen.

Worum geht’s überhaupt?

Violet Sorrengail, 21, ist zurück am Basgiath War College.

Sie liebt einen vom Schicksal zerschmetterten Typen (Xaden Riorson) mit dunklen Kräften und einer traurigen Vergangenheit (Klassiker).

Dazu kommen:

• Ein Drache namens Andarna, dessen Herkunft plötzlich wichtig wird

• Eine Trilogie, die ein ganzes Fantasy-Imperium erschaffen will

• Und natürlich: Drama, Intrigen, Krieg, Sex

Klingt okay, oder? Doch dann passiert… wenig.

Das Problem: Die Sprache stolpert, die Figuren blassen

Was zunächst wie ein energiegeladener Plot wirkt, entpuppt sich als textliche Sackgasse.

Sätze wirken hölzern. Charaktere flach. Und wenn Violet auf Seite 386 plötzlich endlich ihr Alter verrät, fragst du dich:

„Wollte das Buch nicht nahbar sein?“

Yarros schreibt, als wäre sie gleichzeitig unter Zeitdruck und sprachlich überfordert:

„Der Teint des Mannes bevorzugt eine Tomate, während er die Worte aufdrängt.“

Na dann, guten Appetit.

Sexszenen wie aus dem Baukasten

Die erotischen Passagen?

Eher Fremdscham als Erotik.

„Seine Finger gleiten unter die Barriere meiner Unterwäsche.“

Barriere?

Was soll das sein – ein magischer Tanga?

Wo bleibt die Sinnlichkeit, das Kribbeln, das Verlangen?

Stattdessen: klischeebeladene Phrasen, die wirken, als hätte sie jemand zehnmal recycelt und dann per Copy & Paste verteilt.

Undurchsichtige Welt, blasse Nebenfiguren

Du steigst ein in Band 3.

Doch statt mit einem Rückblick oder einer Einführung wirst du mit über 20 Figuren konfrontiert – viele davon waren schon in den Vorgängerbänden relevant.

Kontext? Fehlanzeige.

Es fühlt sich an, als würdest du zu einer Party eingeladen, auf der alle Insiderwitze kennen – nur du nicht.

KI-Verdacht: Ein Roman wie aus dem Automaten?

Nicht wenige Leser:innen fragen sich inzwischen:

Hat Yarros diesen Roman wirklich allein geschrieben?

Denn vieles klingt wie generiert:

• „Mein Herz zieht sich zusammen.“ (10x)

• „Mein Magen verkrampft.“ (8x)

• „Er knurrt. Sie stöhnt. Der Raum bebt.“ (Unzählige Male.)

Ein KI-Prototyp hätte es kaum generischer hinbekommen.

Was bleibt?

„Onyx Storm“ ist ein Phänomen – aber weniger wegen seiner Qualität als wegen seines cleveren Marketings und der Fanliebe.

Was fehlt: Tiefe. Stil. Seele.

Das Buch will alles gleichzeitig sein:

• ein feministischer Kriegsepos

• eine erotische Liebesgeschichte

• ein Fantasy-Blockbuster

Doch statt alles zu meistern, versinkt es im Mittelmaß.

Fazit:

Wenn du Lust hast auf Drachen, Drama und Dark Romance – lies was anderes.

Und wenn du wissen willst, wie man das besser, origineller, emotionaler schreibt – frag mich.

Ich bin Verena, professionelle Ghostwriterin für Romane, Biografien und Projekte mit Seele.

Auf www.verena-glass.com erfährst du mehr über meine Arbeit – und vielleicht entsteht aus deiner Idee bald ein echtes Herzensbuch.

Weil Geschichten zählen. Und weil du eine verdammt gute verdient hast.

🙋 Hinweis zum Teilen auf Facebook

Leider lassen sich Artikel nicht mehr über einen einfachen Teilen-Button mit Facebook verbinden.

Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich riesig, wenn du ihn weiterempfiehlst. 🧡

Kopiere dazu einfach den Link oben in deinem Browser – mit Strg+C (Windows) oder Cmd+C (Mac) – und poste ihn bei Facebook.

Danke für deine Unterstützung. 💫


Entdecke mehr von Verena Glass | Akademische & Literarische Begleitung

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Ähnliche Beiträge

Kommentar verfassen