Kreativ starten: Der radikale Schreibtrick
Du kennst das.
Du bist bereit. Der Schreibtisch ist aufgeräumt, die Notizen liegen ordentlich gestapelt, die Recherche ist abgeschlossen.
Und doch sitzt du da. Starrst. Denkst. Klickst. Tust alles – nur nicht schreiben.
Willkommen im Club.
Willkommen in der knisternden Stille vor dem ersten Wort.

Warum der erste Entwurf wie ein Endgegner wirkt
Es ist selten Faulheit. Oft ist es Angst.
Angst, dass du stockst.
Dass du nicht klug genug klingst, dass dein Text nicht gut genug wird.
Dass der erste Satz schon alles ruiniert.
Ein fieser Kreislauf aus Zweifeln, der sich in deinem Kopf breitmacht wie Schimmel an einer feuchten Wand.
Und dann findest du dich wieder beim E-Mails sortieren.
Oder beim dritten Kaffee.
Oder tief in einem Wikipedia-Artikel über mittelalterliche Brotbackkunst.
Nur nicht anfangen.
Denn wenn du nicht anfängst, kannst du auch nicht scheitern.
(Zynisch, aber wahr.)
Ein radikaler Trick: Schreiben im Tarnmodus
Ich zeig dir jetzt einen Trick, der bei mir Wunder wirkt.
Er ist unorthodox. Er sieht komisch aus. Und genau das ist seine Superkraft.
Ich nenne ihn „Schreiben im Baustellen-Modus“.
Du erzeugst das Gefühl: „Das hier ist noch nicht echt. Noch nicht offiziell.“
Das nimmt den Druck raus. Und plötzlich kannst du einfach loslegen.
Hier meine vier goldenen Regeln dafür:
- Beginne jeden Absatz mit einem Gedankenstrich.
→ Das signalisiert: Es ist nur ein Fragment. Keine heilige Schrift. - Jeder Satz beginnt groß. Aber…
- Am Ende kein Punkt.
→ Stattdessen: Zwei schräge Striche // – wie eine offene Tür - Erlaubt sind Fragezeichen und Ausrufezeichen. Aber sparsam.
Das Ergebnis?
Dein Text sieht aus wie ein Gerüst aus Ideen. Nicht wie ein fertiges Haus.
Was das mit deinem Kopf macht
- Du trickst dein Gehirn aus.
→ „Das ist noch kein richtiger Text. Ich darf wild sein.“ - Du bist nicht sofort verliebt in jeden Satz.
→ „Ich kann ihn später noch umschmeißen.“ - Du erlaubst dir Fehler, Ecken, Schrägen.
→ „Hier entsteht gerade etwas, nicht etwas Perfektes.“
Es ist, als würdest du mit Bauklötzen spielen, statt eine Marmorbüste zu meißeln.
Kreativität liebt Leichtigkeit. Und Leichtigkeit braucht Freiheit. Keine Norm.
Was du am Ende damit machst?
Ganz einfach:
- Lass den Text so, wie er ist, bis du bereit bist für den Feinschliff.
- Dann – und nur dann – verwandelst du alles in echte Sätze.
Mit Punkten. Mit Stil. Mit deinem Rhythmus. - Jetzt kannst du lieben, hassen, feilen, kürzen.
Jetzt bist du im Flow. Jetzt bist du im Spiel.
Fazit: Lieber schräg starten als gar nicht
Perfektion ist der Tod des Anfangs.
Wenn du darauf wartest, dass der erste Satz genial ist, schreibst du ihn nie.
Also bau dir dein kreatives Spielfeld.
Mach’s dir leicht, mach’s dir bunt, mach’s dir seltsam.
Denn ein seltsamer Text ist immer noch besser als ein leerer Bildschirm.
Und wenn du doch stecken bleibst?
Wenn dir der rote Faden entgleitet oder du lieber eine Ghostwriterin hättest, die für dich den Anfang macht – und das Ende gleich mit?
Dann weißt du, wo du mich findest:
www.verena-glass.com
Ich schreibe, du glänzt.
Und gemeinsam bringen wir deine Ideen aufs Papier – mit Seele, Schärfe und Stil.
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