Schreiben, bevor du bereit bist – Wie du ins Tun kommst, auch wenn du keine Ahnung hast, wo du anfangen sollst
Du sitzt da.
Kaffee halb leer, Gedanken halb voll.
Der Cursor blinkt wie ein nervöser Herzschlag auf dem weißen Dokument, das dich schon zum dritten Mal heute anstarrt. Du willst schreiben – verdammt, du musst schreiben. Aber wo anfangen?
Vielleicht hast du’s auch getan:
Zwanzig Tabs mit Ratschlägen geöffnet. “Finde deine Nische!”, “Baue ein Portfolio!”, “Bleib konsistent!”
Und plötzlich wirkt Schreiben wie Raketenwissenschaft – dabei ist es in Wahrheit eher wie Gärtnern: ein bisschen Erde, ein bisschen Sonne, viel Geduld. Und Mut, den ersten Samen zu setzen.
Warum du nicht weißt, wo du loslegen sollst – und warum das völlig okay ist:
Es liegt selten daran, dass du untalentiert bist.
Meistens liegt es daran, dass du mitten im Nebel stehst – und keiner dir gesagt hat, dass der Nebel dazugehört.

Hier sind die drei häufigsten Nebelmaschinen:
• Der Irrglaube, du müsstest deine „wahre Berufung“ finden, bevor du loslegst.
• Die Qual der Wahl: Plattformen, Themen, Formate – wie zur Hölle soll man sich da entscheiden?
• Du weißt nicht, ob Schreiben dich wirklich erfüllt oder nur ein schöner Gedanke ist.
Die Wahrheit? Die besten Schreibkarrieren beginnen nicht mit einem klaren Plan – sondern mit Neugierde und Versuch.
Du brauchst kein Licht am Ende des Tunnels. Du brauchst nur die nächste Tür.
Finde nicht deine Leidenschaft – finde deine Schnittmenge
Vergiss das Gerede von der „einen großen Leidenschaft“.
Die meisten erfolgreichen Autor*innen haben nicht angefangen, weil sie eine brennende Idee hatten – sie haben angefangen, weil sie etwas ausprobiert haben.
Stell dir vor:
Du kannst gut erklären? Du magst es, Struktur ins Chaos zu bringen?
Oder du hast ein Händchen dafür, Menschen durch Worte zu berühren?
Dann brauchst du kein Thema, das dich himmelhoch jauchzen lässt.
Du brauchst ein Feld, in dem deine Stärken gebraucht werden.
So kannst du losgehen – auch im Nebel:
Woche 1–2: Schreib dir deine natürlichen Stärken auf. Dinge, die du kannst, ohne drüber nachzudenken.
Woche 3–6: Probier aus. Schreib Blogartikel, Newsletter, Instagram-Captions – was auch immer. Hauptsache testen.
Woche 7–12: Spür rein. Wo spürst du Energie? Was kommt zurück? Verdopple dort.
Dein Ziel ist nicht Perfektion. Dein Ziel ist Richtung.
Schreibe nicht schön – schreibe nützlich
Kunden zahlen nicht für elegante Prosa.
Sie zahlen für Problemlösungen in Textform.
Du musst kein Shakespeare sein. Aber du solltest wissen, welchen Schmerz dein Text lindert:
• Reduzierst du Supportanfragen mit besserer Doku?
• Hilfst du Coaches, ihre Angebote klarer zu erklären?
• Eröffnest du Perspektiven, die vorher fehlten?
Tipp: Bau dein Portfolio wie eine Story auf – nicht, was du kannst, sondern was du bewirkst.
Statt täglich zu schreiben – schreibe mit Absicht
Das Mantra „Schreibe jeden Tag“ ist gefährlich.
Denn wenn du in die falsche Richtung marschierst, bringt dich auch tägliches Schreiben nur weiter weg von deinem Ziel.

Besser:
• Teste in zweiwöchigen Mini-Experimenten.
• Schau, was dich leer saugt – und was dich elektrisiert.
• Miss Resonanz. Nicht Reichweite.
Ein gutes Beispiel:
Ich dachte mal, ich sei für Produktivitätstexte gemacht.
Drei Wochen, null Flow. Dann hab ich einen Text über Kreativität geschrieben – und gemerkt: Hier bin ich zu Hause.
Nutze deine „Mikro-Stärken“ – nicht den großen Lebensplan
Du musst kein Experte für KI oder Finanzen sein.
Aber vielleicht kennst du dich aus mit:
• Hochsensibilität im Arbeitsleben
• Praxiserfahrung mit drei Pflegekindern
• Dein Weg raus aus dem Burnout
Diese Perspektiven sind Gold wert – für Leser, die genau das brauchen.
Mach dir ein Inventar:
Welche Erfahrungen hast du gemacht, die anderen helfen könnten?
Und jetzt? Die 30-30-30-10-Regel für deinen Start
• 30 %: Inhalte schreiben, die dich interessieren
• 30 %: Skills aufbauen (SEO, Storytelling, Copywriting …)
• 30 %: Netzwerken – Gleichgesinnte finden, dich zeigen
• 10 %: Just for fun schreiben – weil du darfst
Fazit: Schreib. Jetzt. Nicht perfekt. Nicht geplant. Aber echt.
Der Anfang ist selten schön. Er ist meistens chaotisch, unsicher und fühlt sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser.
Aber sobald du drin bist, merkst du: Es ist gar nicht so kalt, wie du dachtest.
Und plötzlich schwimmst du.
Starte mit einem Satz. Dann mit einem Text. Dann mit einem Auftrag.
Die Richtung kommt beim Gehen.
Wenn du Unterstützung beim Schreiben brauchst – oder Texte brauchst, die nicht nur gelesen, sondern gefühlt werden:
Ich bin Ghostwriterin und helfe dir gern. Schau einfach mal auf verena-glass.com vorbei.
Bis gleich im Postfach.
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