Mein persönlicher Tipp für dich 😊 wenn jemand schon alles hat
Neulich stand dieser Satz in einer E-Mail an mich. „Mein persönlicher Tipp für dich 😊“. Ich habe ihn gelesen und musste lächeln. Nicht wegen des Tipps, der war austauschbar. Sondern wegen des Smileys. Da wollte jemand, dass sich eine Empfehlung persönlich anfühlt.
Und genau darum geht es beim Schenken. Wir wollen, dass sich etwas persönlich anfühlt. Nur wird das mit jedem Jahr schwerer, wenn der Mensch, den wir beschenken, längst alles hat. Der Weinkenner hat seinen Wein. Die Vielreisende ihre Koffer. Der beste Freund seine dritte Armbanduhr. Was bleibt, ist meist ein Gutschein. Praktisch, ja. Persönlich, nein.
Hier kommt mein Tipp. Meiner, mit Smiley, ganz ohne Ironie.
Schenk keinem Menschen ein Ding. Schenk ihm eine Geschichte, in der er die Hauptrolle spielt.
Stell dir vor, dein abenteuerlustiger Bruder packt zum Geburtstag ein kleines Büchlein aus. Auf dem Cover steht sein Name. Auf Seite eins bricht er zu einer Expedition auf, die es nie gab und die trotzdem ganz nach ihm klingt. Sein trockener Humor. Seine Angewohnheit, immer die Karte falsch herum zu halten. Seine Art, in jeder Katastrophe noch einen Kaffee zu finden.
Oder deine Freundin, die jeden Krimi verschlingt. In ihrem Buch ermittelt sie selbst. Ein Fall in ihrer Stadt, ein Verdächtiger, der verdächtig nach ihrem Nachbarn klingt, und eine Auflösung, die sie garantiert nicht kommen sieht, obwohl sie sonst jeden Täter nach dreißig Seiten errät.
Oder die Leseratte in deinem Leben wird zur Bibliothekarin, die in ihrer Bibliothek ein Buch findet, das es eigentlich nicht geben dürfte. Eines, in dem ihre eigene Geschichte weitergeschrieben wird.
Das ist kein Fantasieprodukt. Das ist ein Auftrag, den man einer Autorin geben kann. Mir zum Beispiel.
Warum das etwas anderes ist als ein personalisiertes Buch aus dem Online-Shop
Vielleicht kennst du diese Anbieter, bei denen man Namen, Haarfarbe und Wohnort in eine fertige Geschichte einsetzen lassen kann. Für Kinder oft eine hübsche Sache. Für Erwachsene bleibt es eine Schablone. Die Geschichte war schon fertig, bevor es den Beschenkten darin gab. Sie würde mit jedem anderen Namen genauso funktionieren.
Eine Geschichte, die ich für einen Menschen schreibe, funktioniert nur mit diesem einen Menschen. Weil sie aus seinen Eigenheiten gebaut ist, aus seinen Hobbys, seinen Sprüchen, seinen kleinen Macken, die alle in der Familie kennen und lieben. Nichts davon steht in einer Vorlage. Alles davon erzählst du mir vorher.
Und ja, ich schreibe von Hand im übertragenen Sinn. Ohne KI, ohne Textbaukasten, ohne generierte Kapitel. Jeder Satz entsteht für genau dieses eine Buch. Bei einem Geschenk, das von Herzen kommen soll, finde ich alles andere schwer erträglich.
Ich weiß, wie sich so ein Buch anfühlt, wenn man es verschenkt
Ich habe selbst so ein Buch geschrieben. Für meinen Sohn, über unsere beiden Hunde, erzählt aus der Sicht von Camiro, unserem Lagotto. Es liegt heute als gedrucktes Büchlein bei uns im Regal, und ich verspreche dir, kein gekauftes Geschenk der Welt löst aus, was dieses kleine Buch auslöst, wenn man es aufschlägt.
Genau dieses Gefühl kannst du verschenken. Zum runden Geburtstag, zur Hochzeit, zum Abschied eines Kollegen, zu Weihnachten oder einfach so.
So läuft das ab
Du erzählst mir von dem Menschen. Was er liebt, was ihn ausmacht, welche Anekdoten in eurer Familie immer wieder erzählt werden. Wir überlegen gemeinsam, welche Art Geschichte passt. Ein Abenteuer, ein Krimi, etwas Märchenhaftes, etwas Warmes aus dem echten Leben mit einem fiktiven Dreh. Dann schreibe ich. Du bekommst die Geschichte als fertiges Manuskript, auf Wunsch begleite ich dich bis zum gedruckten Büchlein.
Der Umfang richtet sich nach dir. Eine einzelne Kurzgeschichte ist ein wunderbarer Einstieg und schneller fertig, als du denkst. Ein kleines Büchlein mit mehreren Kapiteln wird zum Geschenk fürs Leben.
Wenn du gerade an einen Menschen denkst, der schon alles hat, dann hast du ihn vermutlich beim Lesen längst vor Augen gehabt. Erzähl mir von ihm. Ein paar Stichpunkte reichen, der Rest ist meine Arbeit.
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